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Der große Zapfenstreich, mit seiner Spielfolge von Trommel- und Pfeifstücken, Reitersignalen und Gebet, ist eine feierliche Abendmusik, die in ungebrochener Tradition auf das "Spil" der Landsknechte und die Pauken und Trompeter der Landsknechte zurückgeht. Das Wort "Zapfenstreich" entstand um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert.
 
In Bayern wurde es üblich, das Bayerische Militärgebet von Johann Kaspar Aiblinger (1779-1867) zu spielen. Als Gebet setzte sich das russische Lied: "Ich bete an die Macht der Liebe" durch. Teile des Zapfenstreichs der Fußtruppen und der berittenen Truppen wurden schließlich mit dem Gebet zusammengefasst zum "Großen Zapfenstreich" in der heute noch gebräuchlichen Form.
 Wenn die Landsknechte abends in den Schenken und Marketenderzelten saßen, erschien zu einer festgesetzten Stunde der Profos- ein Militärpolizist- mit einem Pfeifer und einem Trommler, schlug mit seinem Stock auf den Zapfen des Fasses und setzte damit dem Trinken und Würfeln für diesen Tag ein Ende. Zuwiderhandlungen gegen diesen musikalischen Befehl, der von den Landsknechten "Zapfenschlag" genannt wurde, führten zu harten Bestrafungen.
Bis 1918 wurden in Kavallerie-Standorten jedoch nur Stücke für berittene Truppen und das Gebet gespielt, ebenso in Infanterie-Standorten nur die Stücke für Fußtruppen und das Gebet. In Garnisonen mit beiden Truppenarten wurde der Große Zapfenstreich in der gesamten Form, von Wilhelm Wieprecht (1802-1872), dem Direktor der Musikkorps des preußischen Gardekorps, durchgeführt.
1726 spricht der sächsische Major Hans von Flemming bereits vom "Zapfenstreich". Während der Freiheitskriege erhielt der Zapfenstreich in der preußischen Armee dann seine zeremonielle Bedeutung. Es ist überliefert, dass Friedrich Wilhelm III. 1813 bei Groß-Görschen im Lager verbündeter Russen den Brauch kennenlernte, dem Zapfenstreich ein Abendlied, ein Gebet, folgen zu lassen. In einem Erlass befahl er die Einführung eines Gebetes nach dem Zapfenstreich.
Die späteren Armee-Musikinspizienten, Prof. Gustav Roßberg und Prof. Oskar Hackenberger, haben den Großen Zapfenstreich noch einmal überarbeitet. Erst nach 1918 wurde die Nationalhymne amtlich in den Großen Zapfenstreich einbezogen, und zwar als Abschluss. Zuvor erklang sie im sie im Zapfenstreich nur bei besonderen Anlässen, dann aber vor dem gebet. Seitdem hat der Große Zapfenstreich keine wesentlichen Änderungen erfahren.