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Die „Altvillingerin“ wird oft von männlichen Personen begleitet, die Trachten des 18. Jahrhunderts tragen. Diese Trachtenform ist stark an die Darstellung der verschiedenen Zunftmeister auf den Villinger Zunfttafeln um 1750 angelehnt. Sie tragen Gehröcke aus feinem Wollstoff, in verschiedenen Fraben, die mit Soutache-Litzen und blanken, silbernen Knöpfen dekoriert sind. Darunter trägt man eine bunte Weste, vorzugsweise aus Seidenstoff, die „Chilet“ genannt wird. Vorne ist das „Chilet“ an die länge des Gehrockes angelehnt,
während es im Rücken kurz gehalten wird. Es wird immer komplett durchgeknöpft, am Gehrock werden dagegen nur die drei oberen Knöpfe geschlossen. Ein weißer, seidener Schal wird um den Hals getragen. Dazu kommen eine schwarze Bundhose mit schwarzem Schnürwerk, weiße Strickstrümpfe und ein ebenfalls schwarzer Dreispitz. Vervollständigt wird die Bekleidung durch schwarze Schnürschuhe, die, wenn möglich, eine glatte, silberne Spange in quadratischer Form zieren sollte.
Das Aufkommen der verschiedenen Trachten geht in der Regel auf das Ende des 18.Jahrhunderts zurück. Hauptsächlich wurde die Tracht in ländlichen Gegenden getragen. Sie unterscheidet sich nach Landschaften, Konfessionen und dem Familienstand des/der Trägers(in), sowie auch in Werktags- und Sonntagstracht. Ebenfalls spiegelt sich die Zugehörigkeit zur jeweiligen Herrschaft im Aussehen der Tracht wieder. Schönheitsempfinden, das zur Verfügung stehende Material, Schmuckbedürfnisse, sowie die vielfältigen Strömungen der
bürgerlichen Mode, haben bis heute ihre Entwicklung beeinflust Die Tracht wird als Traditionsgut angesehen. Hin und wieder tragen die Begleiter der Altvillingerin auch noch Zylindertrachten, mit langer Hose und Spazierstock, aus der Zeit um 1840, wie sie zur Zeit der Gründung der Trachtengruppe üblich waren. Da die Villinger Tracht jedoch bereits um etwa 1850 für lange Zeit in den Truhen verschwand, hat man sich entschlossen der älteren Variante, die überdies auch der Entstehungsepoche der Villinger Tracht näher ist, den Vorzug zu geben.