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Der Große Zapfenstreich, wie er beim Bürgerwehrtreffen in Villingen zu erleben war, soll nun auch Gäste in Frankreich nahe der Hauptstadt Paris beeindrucken. Bild: Roland Sigwart

Villinger zeigen Großen Zapfenstreich in Frankreich

Südkurier (Sabine Naiemi) |

Die Stadt- und Bürgerwehrmusik und die historische Bürgerwehr und Trachtengruppe fahren nach Rueil-Malmaison bei Paris. 170 Akteure sind dazu mit drei Bussen unterwegs.

Die Stadt- und Bürgerwehrmusik und die historische Bürgerwehr und Trachtengruppe fahren nach Rueil-Malmaison, 14 Kilometer westlich von Paris. Da sie das mit einem riesigen Tross tun, stecken die Organisatoren im Vorbereitungsstress. In Rueil-Malmaison sollen die Villinger den Großen Zapfenstreich aufführen.

"Wir sind zum 3ème Jubilé Impérial eingeladen", erklärt Hans-Joachim Böhm. "Das ist natürlich eine große Ehre für uns." Es ist nicht die erste Einladung an die Villinger aus Frankreich. Wie es dazu kommt? "Wir sind entdeckt worden", scherzt Hans-Joachim Böhm. "Ein Vertreter der Organisatoren des Jubilé Impérial hat unsere Aufführung des Zapfenstreichs 2013 vor der Villa Ida in Leipzig gesehen und war total beeindruckt", erklärt Monika Bucher. Dort wurde damals das sich zum 200. Mal jährende Ende der Völkerschlacht gefeiert.

Das Jubilé Impérial in Rueil-Malmaison ist eine internationale Veranstaltung und findet etwa alle zwei oder drei Jahre statt. Einer ersten Einladung konnten die Villinger nicht nachkommen, weil nicht alle Kosten für einen Besuch von den Franzosen übernommen worden wären. Nun sei es so, dass für alle 170 Mitwirkenden die Fahrt- und Übernachungskosten übernommen werden. Immerhin sind das drei Busse mit Anhängern: Die Musiker müssen ihre ganzen Instrumente mitnehmen. Begleitet werden Musiker und Bürgerwehr übrigens von einer Abordnung Feuerwehrmänner als Fackelträger. "Die dürfen nicht fehlen", sind sich alle einig, denn gerade die Fackelträger vervollkommnen die Stimmung. Die Pferde werden allerdings nicht mitgenommen, das würde zu großen Stress für die edlen Tiere bedeuten. Die Reiter nehmen also zu Fuß teil. Es werden historische Bürgerwehren auch aus der Schweiz, Polen und Russland erwartet. Man rechne mit 6000 Akteuren und rund 100 000 Zuschauern.

Die Veranstaltung findet vom 22. bis zum 24. September statt. Allein die Fahrt nach Rueil-Malmaison dauert zwölf Stunden. Dort angekommen, sieht das Programm die Teilnahme an der großen Parade vor, später wird jeder Musikzug aufmarschieren und ein paar Musikstücke spielen. Krönung ist natürlich der Große Zapfenstreich. Eine Herausforderung wird der Platz sein. "Es stehen uns nämlich bloß 24 mal 22 Meter zur Verfügung", verkündet Monika Bucher. Einig ist man sich auch, dass man dort nicht wie sonst üblich die deutsche Nationalhymne, sondern die Europahymne spielen werde. Das passe besser nach Frankreich, das sich als europäisches Land sieht, finden die Villinger.

Zapfenstreich

Der Begriff stammt noch aus der Zeit der Landsknechte und ist eine traditionelle militärische Bezeichnung für das Signal der Nachtruhe für Soldaten. Es wurde früher mit Trommel, Horn oder Trompete gegeben. Der so genannte Große Zapfenstreich stellt in Deutschland ein militärisches Zeremoniell dar, mit dem beispielsweise Präsidenten, Bundeskanzler oder Generäle zu ihrem Ausscheiden geehrt werden.

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