Am ersten Freitag im Dezember ist im Alten Rathaus alljährlich das traditionelle Käsvesper der Historischen Bürgerwehr Villingen mit ihren Abteilungen, zu denen die Kavallerie, die Miliz, Stadt- und Bürgerwehrmusik und Trachtengruppe gehören.
Warum man zusammengekommen ist, daran erinnerte Ehrenkommandant Hans-Joachim Böhm, der den Schriftwechsel aus dem Jahr 1812 zwischen Stadt und Bezirksamt verlas. Die damalige Belohnung von 30 Gulden schlug an diesem Abend durchaus höhere launige Wellen und war im Vorfeld wohl auf beiden Seiten (Oberbürgermeister und Truppe) in punkto Umrechnungskurs und Gehaltserhöhung ins Bewusstsein gerückt worden.
Die 30 Gulden von damals entsprechen ungefähr 300 Euro heutzutage recherchierte Böhm und, ein halbes Maß Wein ist mehr als ein halber Liter, also zwei Viertele. Ob die von OB Jürgen Roth an den Vorsitzenden der Bürgerwehr und Trachtgengruppe, Karlheinz Schwert, überreichten Halskettle im Hawaii-Stil mit Schokoladen-Bären (vo Schwenninge) und Geldschein-Röllchen schon ein Verhandlungsangebot war?
Er brauche an Fasnet in Villingen Personenschutz, ließ der Schultes durchblicken, es gebe zu viele hochwohllöbliche närrische Vasallen um ihn herum. Da horchten die narrenzünftigen Anwesenden auf. Wenn man bei dieser Gelegenheit nicht bestechlich wird, „gell Anselm“, blinzelte Schwert verschmitzt. Über ein Modell zur Gegenfinanzierung der Gehaltserhöhung wurde auch schon nachgedacht: Radarkontrolle in der Rosengasse, da fließen die Millionen.
Bevor denn mit dem Schmaus begonnen wurde, gab es Ehrungen und Beförderungen, ausgesprochen vom Ehrenkommandanten Böhm und vom Hauptmann der Bürgermiliz, Karl-Heinz Schwert. Dem früheren Landrat des Bodenseekreises Lothar Wölfle blieb es vorbehalten, Böhm für seine Verdienste als früherer Landeskommandant der Bürgerwehren Baden-Württemberg/Südhessen mit dem General-Schneiderhan-Orden zu ehren. Ehrengast war auch Stefan Ebert, seines Zeichen erster Hofbursche des Großen Siedershof Schwäbisch Hall. So fühle er sich als auch im Gemeinderat, dachte Roth laut nach.
Die Auszeichnungen
Ehrungen: zehn Jahre aktiv: Maximilian Böhm (Infanterie), Erika Copitzky, Hildegard Wehrstein, Ulrich Wehrstein (Trachten); 20 Jahre: Josef Beck, Regina Schultheiß-Eigeldinger (Trachten), Karl-Heinz Schwert, Hans-Joachim Richter (Miliz); 25 Jahre: Elke Bettecken (Musik), Uwe Fleig, Herbert Tesche (Miliz), Silvia Messmer, Birgit Siegert (Trachten); 30 Jahre: Tobias Heuft (Musik), Jasmin Mauch, Sabrina Starik (Trachten); 40 Jahre: Norbert Eigeldinger, Norbert Reismann, Heidi Schermann, Andreas Thoma, Regina Thoma (Musik), Jürgen Spormann (Infanterie); 60 Jahre: Hansjörg Fehrenbach (Miliz); General-Schneiderhan-Orden: Ehrenkommandant Hans-Joachim Böhm; Verdienstorden 2. Klasse Bürgerwehr: Hans-Joachim Böhm; Verdienstorden 3. Klasse Bürgerwehr: Ulrich Fries; Ehrenspange Gold Landesverband für besondere Verdienste: Dietmar Engler; Beförderungen: Stefan Andersch (Gefreiter, Miliz), Dirigent Thomas Scheiflinger (Oberleutnant, Stadtmusik).
