Depesche Nr. 9 / Jahrgang 2021
Depesche Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen 18 Ausgabe Nr. 9, Jahrgang 2021 Der neue Kavalleriehelm - Leder statt Kunststoff Von Volker Nofz In Zusammenarbeit mit Hein rich Regenscheit von der Bürgermiliz Sipplingen haben wir einen neuen Kavalleriehelm entwickelt, der der Epoche und dem Zeitgeschehen entspricht. Ziel war es, die Helme, derzeit aus Kunststoff gefertigt, zu er setzen und wieder wie früher aus Leder herzustellen, eine Vereinheitlichung sicherzus tellen und den Tragekomfort deutlich zu verbessern, vor al lem Letzteres lag unseren Kav alleristen sehr am Herzen. Heinrich Regenscheit – der Spezialist Unter anderem auf die Restau ration und den Neuaufbau von historischen Helmen und Aus rüstungen hat sich Heiner, wie Heinrich Regenscheit von den meisten genannt wird, spezial isiert. Er ist seit 1968 Mitglied und seit 2014 Zeugwart der Bürgermiliz Sipplingen. Als Sergeant dient er in der Milizkappelle als Klari nettist. Schon sein Vater war lange Jahre Leutnant und von 1984 bis 1991 Hauptmann und Kommandant bei der Bürger miliz Sipplingen. Heiner stellt verschiedenste Helme, wie z.B. Pickelhauben, her aber auch Schuppenketten für zahlreiche Bürgerwehren und Bürgermili zen. Originaltreue war wichtig Am Anfang standen das Zer legen eines Helmes und die Recherche zum originalge treuen Aufbau des Helmes. Es galt Einzelteile zu besorgen, Vieles musste in mühevoller Arbeit detailgetreu angefertigt werden. Starke Unterstützung bekamen wir hier von unserem Kameraden aus der Infanterie Jürgen Spormann, der durch sein Wissen maßgeblich zum Neuaufbau beigetragen hat. Viele Arbeitsschritte bis zum fertigen Helm Der Helm an sich wird aus Rinderleder im nassen Zu stand über eine Matrize ge zogen und mit Knochenleim verklebt, anschließend wird das Leder laminiert, so dass er es nach dem Aushärten form stabil bleibt. Nach dem Trock nen muss er der Helm dann in Form geschnitten und die Oberfläche fein säuberlich ge schliffen werden. Nach weit erer Spachtel- und Schleifarbeit werden das Kopfleder sowie der Vorder- und Nackenschirm angenäht. Für die Anbauteile werden in einem nächsten Schritt die Befestigungslöcher eingemessen und gebohrt und dann alles zusammengefügt. Ein großes Projekt braucht Unterstützer Die Einzelteile zu beschaffen, war mit die größte Heraus forderung. Bei vielen Un ternehmen sind wir nicht ger ade auf Begeisterung gestoßen, mit der Anfrage, ob sie uns die Einzelteile anfertigen können. Aber mit viel Geduld und einem nicht geringen Zeitaufwand ist es gelungen, passende Unter stützer zu finden. Ein großer Anteil an Eigenleistung und Kre ativität trug zu einem vernünfti gen Kostenrahmen bei. Auf diesem Weg möchten wir uns bei • Hattler & Sohn GmbH in Schwenningen • ARBRA Oberflächentechnik Heinrich Regenscheit Der Helm im Rohaufbau
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