Depesche Nr. 6 / Jahrgang 2017

Depesche Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen 14 Ausgabe Nr.6, Jahrgang 2017 Geschichten aus der Waffenkammer des Franziskanermuseums Von Peter Graßmann Das Franziskanermu­ seum ist bekannt für seine stadtgeschichtli­ chen, archäologischen und volkskundlichen Sammlungen, doch besitzt es auch einige interessante Zeugnis­ se der Waffenkunst. Nur ein Teil der recht beachtlichen Blank­ waffensammlung ist öffentlich ausgestellt, ein anderer Teil wird für die Öffentlichkeit unzugänglich in den Depots verwahrt. Manche dieser Stücke erzählen spannende Geschichten, die aus ihnen weit mehr ma­ chen als reine Mord­ werkzeuge. Zeitlich erstreckt sich die Waffensammlung über mehrere Jahr­ hunderte, vom Mittel­ alter bis ins 20. Jahr­ hundert. Die Stücke stammen aus ver­ schiedenen Kontexten und aus den Händen verschiedener Samm­ ler. Einer der wichtigs­ ten Zuträger war Fidel Hirt, Diener im Alten Rathaus, der offenbar nicht nur eine Vorliebe für Folterinstrumen­ te, sondern auch für Hieb- und Stichwaffen hatte. Andere Stücke brachte der gebürtige Villinger Robert Bich­ weiler, ein in Freiburg lebender Architekt, in die Sammlung ein. Er verkaufte seiner Hei­ matstadt im Jahr 1913 über 230 Gegenstände, darunter Uhren, Zinn­ objekte und "Waffen aller Art". Den Großteil der Sammlung bilden Jagdwaffen des 18. und 19. Jahrhunderts. Interessant werden sie zum Teil erst durch ihre Inschriften und Gravuren. Ein eher unscheinbarer Jagd­ säbel aus der Zeit um 1760 zeigt bei nähe­ rer Betrachtung eine wilde Gestalt mit dem Spruch "Vivat Pan­ dur". Er verweist in die kriegerische Zeit der Habsburgermonarchie, als man Osteuropäer als Streitkräfte unter anderem gegen die Franzosen anwarb. Diese zunächst wegen ihrer Fremdheit ge­ fürchteten "Panduren" verdienten sich bald solchen Respekt, dass der Ruf "Vivat Pandur" ("Es lebe der Pandur") zu einer beliebten Lo­ sung im ganzen Habs­ burgerreich wurde. Neben den Jagdwaffen bilden Stangenwaffen der Frühneuzeit den zweiten Schwerpunkt. Unter diesen fallen zwei etwa 2 Meter lan­ ge Sensen auf, die wie gewöhnliches bäuerli­ ches Gerät aussähen, wäre da nicht dieser Reißhaken an ihrer Rückseite. Bei ihnen handelt es sich um ty­ pische Bauernwaffen, wie sie von Aufständi­ schen etwa im Bau­ ernkrieg oder in den Alte Veteranen: Die Waffensammlung des Franziskanermuseums hat Volkshelden: “ Vivat Pandur “ auf einer Degenklinge um 1760. Fotos: St

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