Depesche Nr. 8 / Jahrgang 2019
Depesche Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen 13 Ausgabe Nr. 8, Jahrgang 2019 Der Villinger Kavalleriehelm Von Jürgen Spormann Im Zuge der Neuanschaf- fung bzw. Reparatur von Kavalleriehelmen tauchte die Frage auf, in welcher Art die Sturmriemen (Kinnrie- men) beschlagen waren. Hierzu muss man wissen, dass der im Bürgermilitär Villingen getragene Raupenhelm der Kavallerie dem badischen Dragonerhelm Modell 1813 entspricht und in der badi- schen Armee bis ca. 1835 getragen wurde. Bei der Recherche fanden sich ein Realstück im Wehrge- schichtlichen Museum Rastatt (getragen 1815), sowie zwei Illustrationen bei Gerhard Söllner, einem ausgewiese- nen Sammler und Kenner der badischen Uniformierung. Außerdem existieren im Muse- um Villingen zwei Realstücke der Bürgerkavallerie, sowie die Lithographie von 1830. Helm des Grafen von Hoch- berg Bei dem Realstück aus Rastatt handelt es sich um eine Of- fiziersausführung, getragen von Maximilian Graf von Hochberg, dem jüngsten Sohn Carl Friedrichs, Markgraf von Baden. Dieses Exemplar weist eine Beschädigung durch ei- nen schräg über die Front der Helmglocke laufenden Säbel- hieb auf, den der Graf beim Gefecht vor Straßburg 1815 erhielt. Die Sturmriemen an diesem Helm sind belegt mit inein- ander verschlungenen Ringen gleich einer Kette, wie wir sie bei einem Realstück aus Vil- lingen, nämlich dem Helm des Rittmeisters der Kavallerie Vil- lingen wiederfinden. Gehalten werden sie von Rosetten in Form von Löwenköpfen. Darstellungen bei Söllner In seinen Büchern finden sich zwei Darstellungen, die er als Modell 1820, bzw. „…nach 1820…“ bezeichnet, welche nun aber als Beschlag der Sturmriemen eine Schuppen- kette in Form schindelartig übereinanderliegenden, vorne mit Rundungen versehenen Metallplättchen, ähnlich den Schuppenketten wie sie später durchgehend Mode wurden und auch heute am Tschako der Infanterie des Bürgermili- tärs Villingen zu sehen sind. Die Realstücke in Villingen Hierbei handelt es sich, wie bereits erwähnt um den Helm des Rittmeisters, erkennbar an dem versilberten Beschlag des Kammes mit S-förmigen, oben und unten gespaltenen Aus- sparungen, sowie um einen weiteren Helm (Abb. 1). Der Helm des Rittmeisters besitzt hier die Sturmriemen mit O-förmiger Kette (Abb. 2). Der zweite Helm besitzt keine Beschläge am Sturmriemen (Abb. 3). Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3
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