Depesche Nr. 8 / Jahrgang 2019
Depesche Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen 14 Ausgabe Nr.8, Jahrgang 2019 Die Lithografie von 1830 Auf der Lithographie von 1830 haben die Helme von Stan- dartenführer (6) (=Feldwebel/ Fähnrich/Wachtmeister) und Wachtmeister (=Feldwebel) Kienzler (1), anscheinend auch der Trompeter (= Unteroffi- zier) (7) die O-förmigen Rie- men, während der Rittmeister (5) eindeutig Schuppenketten trägt. Beim Leutnant Dold (3) könnte es sich auch um Schuppenketten handeln. Bei den „Gemeinen“ (2) und (4) ist es nicht eindeutig erkennbar, evtl. hatten sie tatsächlich nur unbeschlagene Lederriemen. Das heißt: Lithographie und Realstücke passen in dem, was sie uns erzählen, nicht zusam- men. Ganz schön verwirrend, oder? Erklärungsversuch Die Lithographie hält einen Gesamteindruck von 1830 fest, das Bürgermilitär exis- tierte jedoch, mit Verände- rungen in der Uniformierung bis 1848 fort, die Realstücke in der fotografierten Form sogar bis 2010 (+), es könn- ten also auch auf Grund von Verschleiß, Schwund o.ä. bis ins 20. Jahrhundert hinein Ver- änderungen vorgenommen worden sein um z.B. wieder zwei vollständige Exemplare aus mehreren geschundenen Einzelstücken zusammenzu- bekommen. Dies scheint mir plausibel, zumal die Beriemung durch die Splintbe- festigung auch sehr leicht zu wechseln ist. Was machen wir daraus? These Aus der Lithographie ergeben sich in meinen Augen drei Gruppen: - Die Offiziere (3) und (5) mit Schuppenketten - Die Unteroffiziere (mit und ohne Portepee) (1), (6) und (7) mit O-förmigen Sturmriemen
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