Depesche Nr. 8 / Jahrgang 2019

Depesche Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen 15 Ausgabe Nr. 8, Jahrgang 2019 - Die „Gemeinen“ (2) und (4) nicht eindeutig. Dies wäre meine These, um in Punkto Rekonstruktion zu arbeiten, wobei die Gemeinen aus Kostengründen tatsächlich (zunächst?) ohne Beschläge auf der Beriemung auskom- men könnten. Anmerkung: Das im Museum befindliche Ölgemälde, wel- ches Berthold Ummenhofer als Rittmeister zeigt, wurde außer Acht gelassen. Zum einen, da es von 1828 datiert, somit vor der Reorganisation, die eine Veränderung der Uni- formierung, hin zur Uniform, wie sie heute getragen wird, brachte. Zum anderen, weil erstaunlicherweise bei beiden Figuren am Helm gar keine Sturmriemen zu sehen sind. Quellen: Joachim Niemeyer, “Das Wehr- geschichtliche Museum Rastatt“, S.1001 Gerhard Söllner „Für Badens Ehre“, Band 1, S.214 und Band2, S.74 Begeisterung von Kindesbeinen an Von Laura und Marlene Spen- del Der Pferdevirus liegt in der Fa- milie, alle sind pferdebegeistert, einige sagen verrückt… Der Vater von unserem Pa- tenonkel war lange Jahre aktiv in der Villinger Kavallerie, die Ehefrau in der Trachtenguppe, auch der Patenonkel ist mit der Abteilung zu Pferd ausgerückt, immer wenn es darauf ankam, die Farben der Stadt zu vertre- ten. Immer wieder haben wir das Fotoalbum bei unserem „Er- satzopa“ vom Auftritt am Oktoberfest in München an- gesehen, als 25 Kavalleristen durch München geritten sind und alle Abteilungen mit der Musik hinterher! Das war unser Traum: Einmal so eine Uniform tragen zu dürfen. Aber allen war klar, Frauen haben in der Kavallerie nichts zu suchen! Unsere Mama hat uns sehr mit dem Pferdevirus infiziert, wir sind schon immer dabei gewe- sen im Stall, auf Auftritten oder wenn sonst bei der Bürgerwehr was los war. Aber die Zeiten haben sich geändert; unter dem vollen Überzeugungseinsatz von Altkavalleristen und anderer Vereinsmitglieder von Rittmeis- ter Ernst Maier durften auf der Völkerschlacht im Jahr 2013 in Leipzig das erste Mal Frauen eine Kavallerieuniform anziehen und offiziell in der Abteilung mitreiten. Nachwuchs zu finden, ist nicht so einfach, da es auch Bestimmungen gibt und reiter- liches Können erforderlich ist, um ein Pferd an einem Umzug reiten zu dürfen. Auch das ganze Drum herum ist mit mehr Arbeit und Aufwand verbunden, bis die Pferde vom Stall zum Bestimmungsort gelangen. Wir waren zuerst Mitglieder in der Trachtengruppe und sind da auch in Villinger Tracht zu einigen Veranstaltungen mit gegangen. Aber unser Herz - und eigent- lich wir - waren immer bei der Kavallerie anzutreffen. Da kannten uns alle : Reiter und die Pferde! Jetzt sind wir 15 Jahre gewor- den und die Vorstandschaft hat beschlossen, unsere Abtei- lungszugehörigkeit zu ändern. Ab Sommer 2019 dürfen wir als Kavalleristinnen in Uniform offiziell mit: Teilnahme an Umzügen und Veranstaltungen, Fronleichnamprozession, Blut- ritte, Wallsfahrts-Prozessionen und Helfen beim Waldfest, Kleinkaliber-Schießen, Pferde- gelassenheitstraining, gemein- same Ausritte und auch das Abteilungstreffen zu unseren vierwöchentlichen Stammtisch! Das größte Highlight war unser erster Großer Zapfenstreich in Tiengen diesen Sommer, den unser neuer Kommandant Vol- ker Nofz ausgeführt hat. Auch wenn wir aus besonderen Bestimmungen heraus nicht an allen Umzügen oder Veranstal- tungen teilnehmen dürfen, er- füllen wir alle Voraussetzungen für unser Team Kavallerie: wir reiten täglich, sind zusätzlich aktive Turnierreiter in Dressur und Springen und haben das Reitabzeichen! Vielleicht schaffen wir es mal, für Villingen auf den Kavallerie- Meisterschaften antreten zu können - das ist unser nächstes Ziel! Unser Herz ist immer dabei, wenn wir die Villinger Farben stolz außerhalb und im Städlte für die Bürgerwehr vertreten dürfen.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5NDkw