Depesche Nr. 9 / Jahrgang 2021
Depesche Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen 15 Ausgabe Nr. 9, Jahrgang 2021 Kunden trifft, die neue Aufträ ge haben. Gerade am Anfang meiner Selbständigkeit musste ich erst einen Rhythmus fin den, um Beruf und Hobby zu verbinden. In der Zwischen zeit hat sich das aber einge pendelt. Dabei geholfen hat, dass ich auf meiner Webseite aufgelistet habe, bei welchen Veranstaltungen ich rein ge schäftlich mit einem kleinen Stand vertreten bin bzw. wel che ich privat besuche. So ha ben Kunden und Interessenten nicht nur Möglichkeit mich auf Veranstaltungen, bei denen ich geschäftlich bin, spontan zu besuchen, sondern auch vorab feste Termine mit mir zu ver einbaren. Haben Sie sich auf eine spe- zielle Epoche spezialisiert oder sind Sie da flexibel? Mein Tätigkeitsschwerpunkt sind die Uniformen und Zivil bekleidung aus der Zeit von 1780-1815, aber ich habe auch immer wieder Aufträge für Be kleidung aus anderen Epochen. Das fängt bei den Römern an und geht über mittelalterliche Kleidung bis in die Neuzeit. Was haben Sie schon alles angefertigt? Da hat sich im Laufe der Jah re so einiges ergeben. Bei den historischen Uniformen der napoleonischen Zeit hat te ich bisher eine recht große Bandbreite für Uniformen, so wohl für den einfachen Solda ten wie auch für Offiziere, aus verschiedenen Ländern wie Frankreich, England, Schweiz, Österreich und verschiedenen Teilen Deutschlands. Nicht zu vergessen die zivile Kleidung für Damen und Herren aus die ser Zeit. Dazu kommen noch anderen Epochen wie Römer, Mittelalter und Neuzeit. Aber auch moderne Kleidung z.B. aus dem Brautbereich oder Trachten entstanden schon in meinem Atelier. Ab und zu war auch schon Bekleidung für Fantasy und LARP dabei. LARP (Live Action Role Play) ist ein einzigartiges, interakti ves Spielkonzept, das sich an Romanen und Filmen wie zum Beispiel „Herr der Ringe“, „Har ry Potter“ oder „Die Chroniken von Narnia“ orientiert und die Teilnehmer in eine fantastische Welt versetzt. Frau Stork, wir haben es dank Ihrer Hilfe und unseren eige- nen geschichtsinteressierten Kameradinnen und Kamera- den geschafft, die Uniform für unsere Infanterie so zu- sammenzustellen, dass sie jetzt ihrer Epoche entspricht. Für uns waren die ersten Fra- gen, die uns dazu eingefal- len sind; ob wir die richtigen Farben und den richtigen Schnitt haben. Dass das Gan- ze noch viel umfänglicher ist, wurde uns erst nach unse- rem ersten Treffen mit Ihnen so richtig bewusst: z.B. dass selbst die Nahtführung eine nicht unerhebliche Rolle für die Uniform spielt. Wir den- ken dabei vor allem an die Naht auf der Schulter, die da überhaupt nicht sein darf. Können Sie kurz erläutern, warum es gerade auf solche Details ankommt? Der Schnitt der damaligen Klei dung unterscheidet sich in vie len Punkten von der modernen Schnitttechnik. Das hat einmal mit den modischen Aspekten der jeweiligen Zeit zu tun, aber auch dass sich in den letzten 200 Jahren die Köperproporti onen verändert haben. Da vie le Kunden sich mit solchen De tails zu historischer Kleidung und Uniformen auskennen, ist es daher wichtig, diese Details auch entsprechend bei der An fertigung der einzelnen Stücke zu berücksichtigen, damit am Ende auch alles stimmt. Es gibt eine Vielzahl an Stof- fen, Knöpfen, Bordüren usw., Bild: Angela Stork
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