Depesche Nr. 9 / Jahrgang 2021

Depesche Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen 20 Ausgabe Nr. 9, Jahrgang 2021 Er liebt seine Ehrenämter Von Birgit Heinig - Schwarzwälder Bote vom 31.10.2021 VS-Villingen (bn). Erst viele Jahre später sollte Hans-Joa­ chim Böhm im Verein und in­ zwischen weit darüber hinaus Karriere im Ehrenamt machen. Vor wenigen Wochen wurde der 68-Jährige in Wien zu ei­ nem von vier Vizepräsidenten der Union der wehrhistori­ schen Gruppen Europas mit 90 Mitgliedern aus 20 Nationen gewählt. Eine Ehre, die ihm so viel bedeute, dass er es kaum mit Worten beschreiben kön­ ne, sagt er. Schon seit 2014 ist er als Landeskommandant oberster Boss der Bürgerweh­ ren und Milizen in Südbaden und Hessen. Hans-Joachim »Hajo« Böhm wuchs in Mönchweiler auf und lernte bei der Kienzle Apparate GmbH den Beruf des Industrie­ kaufmannes. Nach zwei Jahren Bundeswehr bewarb er sich 1975 beim Neckarverlag zum »Prospekte sortieren«. Dort erkannte man indes schnell, dass mehr in dem neuen Mit­ arbeiter steckte. Er wurde im Vertrieb eingesetzt und sollte, gerade 24-jährig, sogar dessen Leitung übernehmen. Doch der junge Böhm entschied sich für ein BWL-Studium. Nachdem er, noch Student, einem Freund erfolgreich eine Baufinanzie­ rung auf die Beine gestellt hatte und danach aus dem Freundes- und Bekanntenkreis weitere Anfragen eintrudelten, entschloss er sich zur Selbstän­ digkeit. 1978 begann er diese »mit einer Reiseschreibmaschi­ ne in meinem Kinderzimmer«, erinnert er sich lachend. Das Geschäft entwickelte sich. Sein früher Hang zu Pferden aber auch. 1978 erwarb er sein ers­ tes eigenes Ross – mittlerwei­ le hat er vier - und stellte es bei seinem väterlichen Freund Alfred Strohmeier unter. So erhielt er Kontakt zu dessen Schulfreund Manfred Riegger, dem damaligen Kommandan­ ten und Vorsitzenden der Bür­ gerwehr- und Trachtengruppe Villingen. Es sollte jedoch noch bis 2003 dauern, bis Rieggers Werben um einen neuen Vereinska­ meraden Erfolg brachte. Böhm trat bei und natürlich in die Ka­ vallerie ein. Zwei Jahre lang war er auch Mitglied der Trachten­ gruppe. 2010 ließ er sich als 2. Kassier in den Vorstand wäh­ len. Dank seiner »großen Klap­ pe«, wie er es selbst bezeich­ net, trat er zwei Jahre später in Rieggers Fußstapfen. »Das hat mich emotional schon erfasst«, Als Sechsjähriger über- wand er von Mönchwei- ler aus mutterseelenallein den Weg nach Villingen zum Fasnetumzug und versetzte damit ein gan- zes Dorf in Aufregung. Seine Sehnsucht galt schon damals den Reitern der Kavallerie der Bür- gerwehr- und Trachten- gruppe. Bild: Birgit Heinig

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