Depesche Nr. 9 / Jahrgang 2021

Depesche Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen 21 Ausgabe Nr. 9, Jahrgang 2021 sagt er. Die Erinnerung daran bewegt ihn bis heute. Beson­ ders den Zapfenstreich, den er gleich in seinem ersten Amts­ jahr zur Verabschiedung seines Vorgängers befehligte, werde er wohl nie vergessen. Die Ze­ remonie erregte in Fachkrei­ sen so viel Aufsehen, dass die Villinger 2013 mit gleich zwei weiteren Zapfenstreichen un­ ter Böhms Leitung anlässlich des Gedenkens »200 Jahre Völkerschlacht« in Leipzig be­ traut wurden. »Wir erschienen sogar in der BILD-Zeitung«, er­ innert sich Böhm. Und selbst in Paris zelebrierte man das mi­ litärische Ereignis und machte so auf europäischer Ebene von sich reden. 2013 wurde Hajo Böhm zu­ nächst zum stellvertretenden, ein Jahr später zum Landes­ kommandanten gewählt und sein Amt in Villingen gab er ab. Unvergessen ist das Lan­ destreffen der 23 badischen und südhessischen Bürger­ wehren und Milizen, das Böhm 2017 nach Villingen holte. Die Freizeit, die Hans-Joachim Böhm für den Landesverband und jetzt zusätzlich für das Europa-Gremium aufbietet, ist enorm. Nahezu jedes Wochen­ ende ist er unterwegs, allein als Landeskommandant überwin­ det er dafür bis zu 6000 Kilo­ meter im Jahr. Das europäische Gremium trifft einmal im Jahr zusammen, wegen der Pan­ demie zuletzt 2019 in Ungarn. Trotz des Aufwandes: Hans- Joachim Böhm liebt seine Eh­ renämter und den Einsatz für das Brauchtum, genießt insbe­ sondere die innige Kamerad­ schaft und die Tatsache, »dass unsere Bürgerwehr und Trach­ tengruppe in ganz Europa sehr angesehen ist«. Auch wenn der Nachwuchs derzeit nicht gera­ de herbeiströmt, sieht Böhm »seinen« Verein gut für die Zukunft gerüstet. Mit Marti­ na Spendel wurde soeben die erste Frau zur Rittmeisterin berufen und auch Gewehrträ­ gerinnen sind keine Ausnah­ meerscheinungen mehr. Beruflich steht Böhm, unter­ stützt von seinem Sohn, nach wie vor seinen Mann, und will – so sein Plan - das auch noch bis zum nächsten runden Ge­ burtstag tun. Sein Arbeitstag beginnt täglich schon mor­ gens um 6, schließlich wollen seine Pferde versorgt werden. Ob Hajo Böhm 2022 noch ein­ mal bei der Wahl zum Landes­ kommandanten kandidiert, lässt er deshalb noch offen. Reizen würde es ihn aller­ dings schon, gibt er zu, denn 2023 steht ein Landestreffen gemeinsam mit dem Verband Württemberg-Hohenzollern an. Bange vor dem Ruhestand ist ihm auf jeden Fall nicht. Die freundschaftlichen Kontakte, die er als Kommandant bisher sammelte, bescheren ihm eu­ ropaweit Einladungen. Sie alle »abzuarbeiten« werde einige Jahre in Anspruch nehmen, »aber ich freue mich darauf, sagt er lachend. Und fügt an: »Ich mag Menschen und ich mag andere Länder«. Hajo Böhm während der Festrede zum 90-jährigen Bestehen des Landesverbandes auf der Insel Reichenau. Bild: Dietmar Engler

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