Depesche Nr. 10 / Jahrgang 2022
Depesche Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen 20 Ausgabe Nr. 10, Jahrgang 2022 Der Schwedendamm: Ein Villinger Kleinod neu präsentiert Von Peter Graßmann Während des Dreißigjährigen Krieges, im Sommer 1634, unternahm Herzog Eberhard von Württemberg nach zwei erfolglosen Belagerungen ei- nen dritten Versuch, die da- mals vorderösterreichische Stadt Villingen zu erobern. Zu diesem Zweck ließ er an der Engstelle zwischen Warenberg und Ölmühle einen Damm bauen, mit dem die Brigach aufgestaut und die Stadt unter Wasser gesetzt werden sollte. Das württembergische Heer wurde durch ein schwedisches Reiterregiment unterstützt, da- her nannten die Villinger Bür- ger das Bauwerk den „Schwe- dendamm“. Die ursprüngliche Breite betrug ca. 600 m, die Höhe 4 m. Ein im Franziska- nermuseum ausgestelltes Be- lagerungsgemälde von Johann Anton Schilling aus dem Jahr 1717 zeigt die Fortifikation sowie die voranschreitende Überflutung. An jener Stel- le in der Niederen Straße, bis zu der dem Volksmund nach das aufgestaute Wasser reich- te, wurde im Jahre 1711 eine Statue des Brückenheiligen und Retters aus Wassernot, St. Nepomuk, aufgestellt, die sich heute an der Brücke über den Sägebach, Ecke Schillerstraße / St.-Nepomuk-Straße, befindet. Reste noch sichtbar Auch die Reste des Schweden- damms sind noch zu sehen. Als länglicher Wall erstreckt sich Belagerungsgemälde mit Darstellung des Schwedendamms (Mitte links), Johann Anton Schilling, 1717, Franzis- kanermuseum. Bild: visual-artwork / Franziskanermuseum
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