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Auftritt vor historischen Kulissen

Von Schwarzwälder Bote (Martina Zieglwalner) |

Nach der Aufführung des Großen Zapfenstreichs im Juli in Villingen präsentieren die Historische Bürgerwehr und Trachtengruppe sowie die Stadt- und Bürgerwehrmusik die Zeremonie in der französischen Stadt Rueil-Malmaison bei Paris. Archivfoto: Heinig

Einem besonderen Ereignis fiebern die Historische Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen, die Stadt- und Bürgerwehrmusik und einige Fackelträger der Feuerwehr entgegen: Sie machen sich auf den Weg in Richtung Paris, um am Samstag, 23. September, den Großen ­Zapfenstreich in Rueil-Malmaison aufzuführen.

VS-Villingen. Die französische Stadt feiert seit einigen Jahren ihre Vergangenheit als kaiserliche Residenz, lebten im Schloss Malmaison doch Napoleon und seine erste Frau Joséphine. Und so kommt es beim dritten Jubilé Impérial zu festlichen Paraden und Vorführungen von historischen Gruppen und Musikern aus vielen Ländern. Unter ihnen rund 170 Akteure aus Villingen, die in drei Bussen nach Rueil-Malmaison fahren.

Als die beiden Vereine den großen Zapfenstreich 2013 bei der Gedenkfeier zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht in Leipzig aufgeführt hätten, seien sie den Organisatoren der Festivitäten in Frankreich aufgefallen, erzählt Monika Bucher, Vorsitzende der Stadt- und Bürgerwehrmusik Villingen. Sie seien begeistert vom Auftritt der Gruppe aus dem Schwarzwald gewesen und hätte sie gleich eingeladen. Und im zweiten Anlauf klappe es nun auch mit dem Besuch, zumal der Gastgeber die kompletten Reise- und Unterkunftskosten für alle Mitwirkenden trage. So sei die Entscheidung leicht gefallen, sich trotz der anstrengenden Anfahrt von rund zwölf Stunden an dem Spektakel zu beteiligen, bei dem mit 6000 Teilnehmern und rund 100 000 Zuschauern zu rechnen ist.

Seit rund einem Jahr laufen die Planungen, da reise immerhin ein ganzer Tross nach Frankreich, betont Karl-Heinz Schwert, Vorsitzender Bürgerwehr. Ob Instrumente, Trachten, Uniformen oder die Ausrüstung, eine Menge Gepäck komme zusammen. Nur die Pferde bleiben dieses Mal im Stall, für sie wäre der Transport zu anstrengend. Toll sei es natürlich für die Bürgerwehr, beim Großen Zapfenstreich auf die Stadtmusik bauen zu können, unterstreicht Schwert. Diese Aufführung lebe von der Musik, und mit dem Villinger Blasorchester stehe ihnen eine der renommiertesten Kapellen im ganzen Land zur Seite.

Nun gilt es nicht nur, mit der Stadtverwaltung aus ­Rueil-Malmaison die letzten Abstimmungen zu treffen, sondern auch, den Ablauf des Großen Zapfenstreichs nochmals zu proben und an die Verhältnisse anzupassen. So viel Platz wie bei der Zeremonie auf dem alten Tonhallengelände im Rahmen des Landestreffens der Bürgerwehren und Milizen Baden-Südhessen stehe in Frankreich nicht zur Verfügung, stellt Landeskommandant Hans-Joachim Böhm fest. Das Areal umfasse nur 24 auf 22 Meter. Da müsse jeder Schritt sitzen. Neben der Probe dieses Wochenende in der Deutenberg-Sporthalle habe sich das Team vorgenommen, gleich nach der Ankunft das Gelände zu inspizieren und alles akribisch festzulegen. Möchten die beiden Vereine doch ein gutes Bild abgeben. "Wir vertreten die Stadt international", macht Böhm deutlich. Angesichts der länderübergreifenden Ausrichtung des Jubilé Impérial beispielsweise mit historischen Wehren aus der Schweiz, Polen oder Russland habe Stadtmusikdirektor Markus Färber vorgeschlagen, den Großen Zapfenstreich nicht traditionell mit der deutschen Nationalhymne zu beenden, sondern die Europahymne zu spielen. Sicherlich ein Glanzstück, das beim Publikum ankomme, sind alle überzeugt – und freuen sich auf den Auftritt vor historischer Kulisse.

Für Monika Bucher ist es ein weiterer Höhepunkt in der Reihe der Konzertreisen der Stadtmusik. "Das wird eine gigantische Veranstaltung", gerät sie beim Blick auf das ­Programm ins Schwämen. Neben Aktivitäten in der ­ganzen Stadt marschieren die Musikzüge auch vor dem Schloss Malmaison auf und spielen einige Stücke, bevor die Feierlichkeiten am Samstag in einem riesigen Feuerwerk im Park münden.

 

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