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Bürgerwehr pflegt die Historie auf zünftige Art

Von Schwarzwälder Bote (Willi Zimmermann) |

Die Historische Bürgerwehr Villingen ehrte beim traditionellen Käsvesper im Alten Rathaus eine stattliche Zahl von "Bürgermilitärs", Musikern und Trachtenträgern. Foto: Zimmermann

Villingen-Schwenningen. Ein doppeltes Jubiläum konnte die Historische Bürgerwehr mit ihren Abteilungen, zu denen die Miliz, Stadt- und Bürgerwehrmusik und Trachtengruppe gehören, feiern. Seit 40 Jahren findet alljährlich am ersten Freitag im Dezember das traditionelle Käs-, Wein- und Brotvesper im Alten Rathaussaal statt.

Der Brauch reicht ins Jahr 1812 zurück, in die Zeit der Napoleonischen Kriege. Damals beschloss der Rat der Stadt Villingen, zur Aufmunterung und für den treuen Dienst der geleistet wurde, einmal jährlich eine nahrhafte Belohnung zukommen zu lassen. Außerdem bekam die Bürgerwehr 30 Gulden pro Jahr, damit sie ihr Pulver trocken und ihre Waffen in Schuss halten kann. Den im damaligen Bürokratendeutsch verfassten Schriftwechsel zwischen dem Rat der Stadt und dem Bezirksamt wurde den schmunzelnden Anwesenden von Kommandant Hans-Joachim Böhm verlesen.

"So hervorragend wie in diesem Jahr habe ich die Urkunde noch nicht verstanden", kommentierte ebenfalls gut gelaunt Oberbürgermeister Rupert Kubon das Geschehen.

Damals musste der Stadtrat noch das Landratsamt fragen, um das Bürgermilitär entlohnen zu dürfen, heute könne man dies selber. Der Verzehr habe seit damals eine Steigerung erfahren. Von Käse war seinerzeit noch nicht die Rede, nur von Brot und Wein. Was man jedoch unter einem halben Maß Wein zu verstehen hat, darüber lasse sich vortrefflich diskutieren. Außerdem dürfe heutzutage auch der Schultes mitvespern.

Bei seinem ersten Käsves­per als Kommandant konnte Hans-Joachim Böhm eine Reihe der rund 140 Mitglieder der verschiedenen Formationen, wie Bürgerwehr, Miliz, Stadt- und Bürgerwehrmusik und Trachtengruppe, mit dem Treuedienstehrenzeichen, so nennt sich der "Orden" für langjährige Mitgliedschaft, auszeichnen. Geehrt wurden für zehn Jahre: Andreas Degen, Dorothea Klein, Jutta Kwasny, Denise Molnar, Heike Molnar, Annette Müller und Elvira Rottler; für 20 Jahre: Eugen Laufer; für 25 Jahre: Markus Becker, Proska Haas, Werner Mink; für 40 Jahre. Paula Gilbert, Kasper Naas und Hartmut Schaaf. Mit dem Verdienstorden zweiter Klasse wurde Werner Mauch von der Bürgerwehr für seine besonderen Verdienste geehrt. Seit 32 Jahren ist er erster Kassier, seit 20 Jahren Vize-Vorsitzender und seit 13 Jahren gehört er der Leitung der Tanzgruppe an. Bei der Miliz wurden Karl-Heinz Schwert und Hans-Joachim Richter zu Gefreiten befördert.

Die Narro-Zunft wurde für ihre Sanierungsarbeiten an der Zehntscheuer mit einer Spende in Höhe von 800 Euro bedacht. Joachim Schuhenn mit Team hatte zwei Filme über den großen Zapfenstreich zur Verabschiedung von Ehrenkommandant Manfred Riegger gedreht und übergab den Erlös aus dem DVD-Verkauf an Zunftmeister Joachim Wöhrle.

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