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Der Markgraf rollt mit dem Vierspänner in Villingen ein

Von Südkurier |

Die gelbe Postkutsche des Markgrafen von Baden, ein moderner Nachbau, bei einer früheren Reise vor dem Gestüt Marbach. Am Pfingstsonntag startet nun die Fahrt zum Schloss Staufenberg. Eine Woche wird der Markgraf mit seiner Frau unterwegs sein. Bild: Privat

Max Markgraf von Baden geht mit der Postkutsche auf Tour. Er macht eine achttägige Reise von Schloss Salem nach Schloss Staufenberg.

Das Reiseköfferchen hat Max Markgraf von Baden schon gepackt. Am Pfingstsonntag startet er mit vier Pferdestärken und seiner Postkutsche zu einem achttätigen Trip von Schloss Salem nach Schloss Staufenberg in der Ortenau. Insgesamt liegen 217 Kilometer vor ihm. Max Markgraf von Baden startet mit dieser Reise nicht in ein unbekanntes Abenteuer. Er hat mit seiner Postkutsche schon viel weitere Reisen unternommen. Die erste führte ihn 1989 anlässlich des 100. Geburtstages des Eiffelturms nach Paris. Ungleich länger, nämlich 1200 Kilometer, war der Markgraf im Jahr 1997 nach Rom unterwegs. Dagegen sind die rund 200 Kilometer von Schloss Salem nach Schloss Staufenberg, das ebenfalls zu den markgräflichen Weingütern zählt, ein Klacks.

Trotzdem: Ist es nicht eine Strapaze, wenn man sieben Tage lang auf Achse ist? Immerhin feiert Max Markgraf von Baden demnächst seinen 82. Geburtstag. „Eine Strapaze? Im Gegenteil“, lacht er. „Das entschleunigte Reisen mit der Kutsche ist pure Entspannung.“ Mit sieben bis zehn Stundenkilometer geht es durch die Lande. Durchschnittlich 30 Kilometer pro Tag. „Da erlebt man Landschaft und Natur, Dörfer und Menschen sehr intensiv“, beschreibt der Markgraf, was er an einer Reise mit der Kutsche so reizvoll findet. Daran hat im Übrigen auch seine Frau, Markgräfin Valérie von Baden, Gefallen gefunden. Sie wird auch dieses Mal in der Kutsche an der Seite ihres Mannes sitzen. Möglicherweise geht auch Prinzessin Marie-Louise, die sonst in England lebende und gerade in Salem weilende Tochter, dieses Mal mit an Bord.

Eile ist bei der Fortbewegung mit vier Pferdestärken zwar nicht angesagt. Nur so dahintrödeln aber auch nicht. „Der Fahrplan ist minutiös durchgetaktet, die Topografie der Reisestrecke mit ihren Steigungen und Gefällen genauestens eingespeist“, blättert der Markgraf den Reiseplan durch und merkt dabei schmunzelnd an: „Wir sind pünktlicher als die Bahn.“

Das muss auch so sein. Denn während der Reise warten zahlreiche Empfänge auf die Hoheiten aus Salem. Im Rathaus in Engen, dem zweiten Etappenziel; im Hansjakob-Haus in Haslach, dem Geburtsort des Gründers des Hagnauer Winzervereins; in Villingen stehen das Grenadierkorps 1810 und die Bürgerwehr mit dem Landeskommandanten der Bürgerwehren und Milzen Baden-Südhessen, Major Hajo Böhm, zum Empfang bereit. „All diese Menschen darf man nicht warten lassen“, bringt Max Markgraf von Baden ein Stück bis heute geltender adliger Tugend zum Ausdruck.

Verspätungen müssten deshalb durch Verkürzung vorgesehener Pausen eingeholt werden, betont er. Pannen an der Kutsche darf es allerdings nicht geben. Wird es wohl auch nicht. Denn die Postkutsche des Markgrafen ist kein Original, sondern ein Nachbau, mit moderner Technik wie Scheibenbremsen, der wie ein Auto regelmäßig vom TÜV durchleuchtet werden muss. „Eine antike Kutsche wäre“, ist der Markgraf überzeugt, „auf solch langen Strecken wie nach Paris oder Rom längst zusammengebrochen.“

Am kommenden Sonntag, wird Chefkutscher Peter Keckeisen aus Dürnast bei Ravensburg pünktlich um 14 Uhr auf Schloss Salem mit einem „Hü“ die Zügel anziehen und auf die siebentägige Reise mit der kaiserlichen und königlichen Hoheit Richtung Rickenbach starten.

Der Reiseplan

1. Etappe: Salem-Stockach
2. Etappe: Stockach-Engen
3. Etappe: Engen-Donaueschingen
4. Etappe: Donaueschingen-Villingen mit Einkehrhalt in Bräunlingen und Empfang im dortigen Rathaus.
5. Etappe: Villingen-Hornberg mit Besuch des Albert-Schweitzer-Hauses in Königsfeld. (Albert Schweitzer war einmal zu Besuch bei Prinz Max, dem Großvater von Max Markgraf von Baden.)
6. Etappe: Auf den Spuren des Hagnauer Pfarrers und Gründers des dortigen Winzervereins von Hornberg nach Zell am Harmersbach.
7. Etappe: Unterharmersbach-Schloss Staufenberg bei Durbach
Am achten Tag steht noch ein Empfang im Durbacher Museum auf dem Programm. Danach werden Kutsche und Pferde verladen und nach Salem zurücktransportiert. (as)

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