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Doris Feld rettet Säger-Bild

Von Südkurier |

Ein Stück Villinger Stadtgeschichte aus der Zeit des Historismus: Dieses Werk von Albert Säger will Doris Feld mit ihrer Spende der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen. Im kommenden Jahr soll es in der Zehntscheuer zu sehen sein. Über die Spende freuen sich Zunftmeister Joachim Wöhrle (links) und Museumsleiter Michael Hütt. Bilder: Hahne

Villingen-Schwenningen – Vermutlich mussten sie einige Zeit auf ihren Kameraden warten. Als der Soldat endlich den Raum betritt, sind sie voller Freude.

Gut gelaunt stoßen die Soldaten der Bürgerwehr in geselliger Runde auf ihn an. So könnte die Szene, die auf dem großformatigen Bild von Albert Säger zu sehen ist, interpretiert werden.

1901 ist das Gemälde, das sich noch im Alten Rathaus befindet, entstanden. Fast 60 Jahre lang hing das großformatige Werk mit weiteren sechs Bildern von Säger in dem Gasthaus „Zum Meyerhof“ in der Niederen Straße. Es befand sich im Innenraum über der Tür. Nikotin und Zugluft zogen es stark in Mitleidenschaft; an einigen Stellen bröckelte die Farbe ab. Doris Feld, Präsidentin der Stadt- und Bürgerwehrmusik, hat sich entschlossen, für die Kosten einer Restaurierung aufzukommen. „Am 6. Juni werde ich 60 Jahre alt. Ich werde kein Fest veranstalten, sondern das Geld für die Restaurierung verwenden“, sagt sie. Man merkt, Doris Feld liegt das Gemälde sehr am Herzen. „Fast geweint“ hätte sie, als sie die Schäden auf der Leinwand entdeckt hatte. „Eigentlich dürfte man das Bild gar nicht mehr anfassen“, beschreibt der Leiter der Städtischen Museen, Michael Hütt, den Zustand.

Doris Felds einzige Bedingung lautet: Das Bild müsse in der Zehntscheuer der Narrozunft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eine Bedingung, die Hütt gerne annimmt: „Dieses bürgerschaftliche Engagement ist riesig. Das freut mich sehr“, sagt Hütt, der die Kosten von Restauratoren auf 6000 bis 10 000 Euro schätzen ließ. Joachim Wöhrle, Zunftmeister der Historischen Narrozunft, sagt: „Das ist eine echte Bereicherung. Die hohen Räume in der Zehntscheuer mit den großflächigen Wänden sind sicher der richtige Ort.“ Das Werk hat eine Länge von ungefähr 250 Zentimeter und eine Breite von 150 Zentimeter. Faszinierend wirke auf Doris Feld die „spontane und dynamische Szene“, so beschreibt sie ihre Begeisterung. Die anderen Werke würden dagegen eher statische Szenen abbilden. Auch die sechs weiteren Gemälde von 1901 zeigen Szenen aus der Villinger Stadtgeschichte. Sie befanden sich ebenfalls im „Meyerhof“ und müssten dringend restauriert werden.

Das sei für die Stadt nicht zu stemmen, handle es sich doch um einen fünfstelligen Betrag, erklärt Hütt. Doris Feld und er hoffen nun, einen Anstoß für weiteres bürgerschaftliches Engagement zu geben.

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