Villingen-Schwenningen (vif) Es war anno domini 1812, als der hochwohllöbliche Rat der Stadt Villingen beschloss, seiner Bürgerwehr 30 Gulden pro Jahr zukommen zu lasse. Damit sollten die ihr Pulver trocken und ihre Waffen in Schuss halten. An diesen Ratsbeschluss erinnerte der Major und Kommandant der Bürgerwehr Manfred Riegger, als er jetzt Mannschaften, Offiziere und Trachtenträgerinnen zum traditionellen Käsvesper im Saal des Alten Rathauses begrüßte. Auch Oberbürgermeister Rupert Kubon saß an der Spitze der Tafel. Er überreichte einen Beutel voller Geldstücke, vielleicht waren es die 30 Gulden, die die Stadt alljährlich schuldet. Mittlerweile hatten die Trachtenträgerinnen rustikale Brettchen voller Käse in den Saal gebracht und das duftende Brot bereitgestellt. Für jeden Soldaten gab es an diesem Abend ein Viertele Wein als Freitrunk. Bei der Truppe machte man sich an diesem Abend so seine eigenen Gedanken. „Wer sagt uns eigentlich, warum ein halbes Mass nur ein Viertele ist?“, so wurde am Tisch geraunt. Doch sowas trübte an diesen Abend die Stimmung nicht. „Wir sind die einzigen“, so Kommandant Riegger, „die in dieser guten Stube der Stadt vespern dürfen“. Damit genug der Vorreden, Messer und Gabel wurden gezückt und im Saal kehrte Stille ein. An langen Tischen tafelten die Männer der Miliz, die Gemeinen, Gefreiten, Fähnriche mit ihren Offizieren und die Kavalleristen. Aufgelockert wurde die Tafel bei diesem 40. Käsvesper durch die Goldhauben der Alt- Villingerinnen.
Treue Mannen der Bürgerwehr ehrte Major Riegger an diesen Abend mit Urkunden und Ehrenzeichen. Die erhielten für 25 Jahre „Militärdienst“: Andreas und Regine Thoma, Jürgen Spormann, Norbert Reismann, Heidi Schermann und Ulrike Degen (20 Jahre). Seit 30 Jahren bei der Truppe sind: Peter Hupfer und Pia Binkert. 40 Jahren trägt nun schon Werner Mauch die blauweiße Uniform. Befördert wurden Dirk Bauer zum Gefreiten und Frank Haas zum Fähnrich. Zu sehen gab es noch einen Film von Rolf Greitmann und seinem Team über das Jubiläumsfest.

