Die Historische Bürgerwehr und Trachtengruppe hat ihren Einzug in die ehemalige Zunftstube der Historischen Narrenzunft gefeiert. 35 Jahre hatte die Bürgerwehr ihre Vereinsräume in dem benachbarten Elisabethen-Turm, der zur Zeit von den Historischen Grenadieren, die dort als Nachfolger einziehen, renoviert wird. Während die Grenadiere noch werkeln, freute sich die Bürgerwehr, dass sie mit der Renovierung – einmal von oben nach unten durch, so Kommandant Hans-Joachim Böhm – fertig ist.
„In der Gaststätte im Elisabethen-Turm hatten nur 30 Leute Platz, hier passen rund 44 Personen in die Gaststube, die wir jetzt mehr als Lokal nutzen können“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Obergeschoss sei die Küche, daneben befinde sich auch das Lager mit der Kleiderkammer. Die Sonne schien, also wurde die Einweihung im Freien in direkter Nachbarschaft zum Romäusturm gefeiert. „Wir haben kurz und heftig renoviert, die anfängliche Wehmut über den Umzug ist vorbei, es war die richtige Entscheidung, umzuziehen“, begrüßte Böhm die Gäste, unter ihnen viele Zunftmeister, die zum Gratulieren gekommen waren.
Böhm dankte allen Helfern, wobei man ohne Hans-Jörg Fehrenbach, Hauptmann der Bürgermiliz, und sein profundes Wissen nicht so schnell so weit gekommen wäre, betonte er.
In Vertretung von Oberbürgermeister Rupert Kubon gratulierte Bürgermeister Detlev Bührer der Bürgerwehr, lobte ihren Einsatz und zeigte sich überrascht, dass sie die Renovierungskosten selbst gestemmt hatte. Die Renovierung kostet rund 10 000 bis 12 000 Euro, die die Bürgerwehr selbst bezahlt.
Joachim Wöhrle, Zunftmeister der Historischen Narrenzunft, die Vorgänger im Vereinsheim der Bürgerwehr, gratulierte zum gelungenen Umzug mit einer Fahne der Historischen Zunft, die sich dort doch gut machen würde, so Wöhrle. Weitere Gratulanten waren Wolfgang Kunle von den Historischen Grenadieren, die Rietvögel, die Hexen und Dominik Schaaf für die Katzenmusik. Henry Greif, Vorstand der Stadtharmonie, überreichte dem Kommandanten eine Notlampe für den Fall, dass im Vereinsheim mal Stromausfall ist.
Für eine Überraschung sorgte übrigens Hansjörg Fehrenbach, Hauptmann der Bürgermiliz, der Kommandant Hans-Joachim Böhm eine gut erhaltene Kanonenkugel überreichte. Diese hatte Bauunternehmer Hans Reiser am 30. April 2015 bei Ausschachtungsarbeiten im Baugebiet Wöschhalde Süd gefunden. Die Kanonenkugel mit einem Gewicht von 3244 Gramm dürfte laut Fehrenbachs Recherchen einem Kanonenschuss der Villinger Verteidiger auf das Lager der württembergischen Streitkräfte unter Oberst Raub bei der Winterbelagerung vom 11. bis 24. Januar 1633 entstammen. Die Kanone sei vermutlich eine sogenannte Falkaune mit einer Rohrlänge von etwa 2,80 Metern gewesen, so Fehrenbach. Die Stadt Villingen habe laut einer Bestandsmeldung von 1633 insgesamt 20 dieser größeren Geschütze besessen, verkündete Fehrenbach.
Öffnungszeiten
Ab Juni ist das Vereinsheim an jedem Samstag von 10 Uhr bis 14 Uhr geöffnet. Am ersten Samstag in jedem Monat ist das Vereinsheim ab 18 Uhr geöffnet. (hs)


