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Festwochenende zum Stadtjubiläum: Zapfenstreich belebt Tonhallen-Areal

Von Südkurier (Claudia Hoffmann) |

Die Kommandanten in den unterschiedlichen Uniformen der Bürgerwehren, die am 23. und 23. Juli nach Villingen kommen, um beim Zapfenstreich und dem Festumzug dabei zu sein. Das wird ein farbenprächtiger Anblick auf dem alten Tonhallen-Areal geben. Bild: Karl-Heinz Schillinger

Nicht weniger als 23 Bürgerwehren werden beim großen Festwochenende am 22. und 23. Juli in Villingen erwartet. Am Samstagabend wird auf dem ehemaligen Tonhallenareal der große Zapfenstreich aufgeführt.

Ein ganz besonderes militärisches Zeremoniell können die Doppelstädter am Samstag, 22. Juli, erleben: Den großen Zapfenstreich, dargeboten von der Bürgerwehr Villingen, der Stadtmusik, Kavallerie, Infanterie und Miliz. Dieses Zeremoniell ist der Höhepunkt eines ganzen Festwochenendes anlässlich des Jubiläumsjahres 1200 Jahre urkundliche Ersterwähnung von Schwenningen, Tannheim und Villingen. Rund 23 Bürgerwehren mit 1200 Teilnehmern kommen zum Landestreffen der Bürgerwehren und Milizen Baden/Südhessen nach Villingen, darunter auch die Gars de Joux aus der Partnerstadt Pontarlier.

Der Zapfenstreich: Seit Monaten organisiert Hans-Joachim Böhm, Kommandant der Bürgerwehr Villingen und Landeskommandant der Wehren aus Baden/Südhessen den Zapfenstreich. Damit ausreichend Platz ist und die Gäste auch alles sehen, kam Böhm auf die Idee, den Zapfenstreich auf dem seit Jahren brachliegenden alten Tonhallen-Areal aufzuführen. Auf dem Münsterplatz sei die Sicht für das Publikum immer eingeschränkt und im Spitalgarten sei zu wenig Platz. Die Bertholdstraße und der Kaiserring werden kurz vor der Veranstaltung gesperrt und so kann das Publikum etwas erhöht auf die Geschehnisse entlang der Brigach blicken. Die Akteure marschieren vom Oberen Tor, dort ist um 21.30 Uhr Beginn, durch die Obere und Niedere Straße, biegen dann in die Bertholdstraße ein, laufen an der Wiese vorbei und schwenken auf den kleinen asphaltierten Weg entlang der Brigach ein. 

Dort reihen sie sich auf: Zuerst die Kavallerie mit Pferden, dann der Spielmannszug, die Stadtmusik, Infanterie und Miliz. Das eigentliche Tonhallen-Areal ist für die Öffentlichkeit gesperrt und den Bürgerwehren und Ehrengästen vorbehalten. "Die Bürgerwehren marschieren dort nach einer genau festgelegten Reihenfolge auf. Ich habe darauf geachtet, dass die Farben der unterschiedlichen Uniformen gut zur Geltung kommen", erklärt Böhm. Der Zapfenstreich, der aus verschiedenen musikalischen Elementen und militärischem Zeremoniell besteht, soll um 22 Uhr beginnen und maximal eine Stunde dauern. Der Zapfenstreich findet bei jedem Wetter statt.

Der Ursprung: Ursprünglich war der Zapfenstreich ein Signal am Abend, bei dem die Soldaten wieder in der Kaserne sein mussten. Der Lagerkommandant schlug mit einem Säbel oder Degen in den Kneipen und Tavernen den Zapfen ins Fass, zum Zeichen, dass nun nichts mehr ausgeschenkt wurde.

Das Festprogramm: Die Gäste, darunter auch Bürgerwehren aus Württemberg-Hohenzollern, reisen am Samstag, 22. Juli an. Sie sind in Hotels und den Turnhallen der Karl-Brachat-Realschule und der St. Ursula-Schulen untergebracht. Am Samstag ist dann der Große Zapfenstreich. Der Sonntag beginnt um 9.30 Uhr mit einem ökumenischen Freiluftgottesdienst auf dem Münsterplatz, es predigen der katholische Dekan Josef Fischer und der evangelische Dekan Wolfgang Rüter-Ebel. Um 11 Uhr empfängt OB Kubon die Kommandanten im Alten Rathaus und um 14 Uhr beginnt der große Festumzug, bei dem auch die Stadtharmonie mitläuft, durch Niedere Straße und Bickenstraße, Bärengasse, Obere Straße und Rietstraße. Auf dem Osianderplatz bewirtet die Stadtmusik am Samstag und Sonntag. Die Gäste werden zentral im Münsterzentrum verpflegt.

Die Helfer: Das Stadtfest 9 am Münster habe eine hervorragende Basis für eine tolle Zusammenarbeit gelegt, erklärt Hans-Joachim Böhm. So helfen die Mitglieder der Katzenmusik, allen voran Generalfeldmarschall Dominik Schaaf, bei der gesamten Organisation und stellen während des Zapfenstreichs auch die Ordner. Klaus Hässler bringt sich mit seiner ganzen Festerfahrung ein und Meik Gildner von der Hexenzunft hilft bei allen grafischen Details. Die Renterband ist mit im Boot und die Ratsherren der Narrozunft servieren den Gästen am Sonntagmorgen das Frühstück. "Und natürlich sind unsere Mitglieder nicht nur Akteure, sondern packen auch kräftig an", so Hans-Joachim Böhm.

Kanonendonner über Villingen: Das Landestreffen der Bürgerwehren ist nicht das einzige Spektakel an dem Wochenende: Die Grenadiere veranstalten ein Biwak in den Ringanlagen: Vor der Villinger Stadtmauer lagern Soldaten, Ritter und Landsknechte, sie alle stellen die Verteidigung der Stadt nach und nehmen die Besucher mit auf eine Zeitreise.

Einladung nach Paris

Als die Bürgerwehr 2013 anlässlich des Gedenkens an die Völkerschlacht in Leipzig den Großen Zapfenstreich aufführte, wurde eine französische Gruppe auf die Villinger aufmerksam. Sie erhielten eine Einladung dem dritten "Jubilé Impérial" in Rueil-Malmaison bei Paris. Das Imperial Jubiläum vereint eine Reihe von kulturellen Veranstaltungen rings um das Schloss von Malmaison, in dem Kaiserin Josephine, die Gattin von Napoleon, lebte. Über 3000 Teilnehmer sowie nahezu 100 000 Zuschauer werden an den diesjährigen Feierlichkeiten teilnehmen. "Das ist eine große Ehre für uns", freut sich Hans-Joachim Böhm.

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