„Wir sind keine Ewig-Gestrigen, sondern halten lediglich die Erinnerung daran wach, dass die Welt nicht immer friedlich war und dass Städte wie Villingen auch immer mal wieder verteidigt werden mussten“: Mit dieser Aussage unterstrich Hans-Joachim Böhm bei der Landesversammlung der badischen Bürgerwehren und Milizen die Wichtigkeit von Vereinen wie der Historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen und der weiteren 22 Vereine, die sich dieser Brauchtumspflege verpflichtet haben. Sprach Kommandant Hans-Joachim Böhm in der vergangenen Woche noch ausschließlich für die Villinger Wehr, so hatte am Sonntag seine Stimme doch ein anderes Gewicht, war er doch frisch in das Amt des Landeskommandanten gewählt worden. Mit an seiner Seite der Schriftführer der Villinger Wehr, Karl-Heinz Schwert, der in den nächsten vier Jahren dieses wichtige Amt auch für den Landesverband leisten wird.
Für den neuen Landeskommandanten kommt die Ernennung schon fast einem kometenhaften Aufstieg gleich. Erst vor zehn Jahren, nach 40 Jahren Vereinsabstinenz, dem Verein beigetreten, nahm er bei der Villinger Historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe schon bald als zweiter Kassier Verantwortung wahr und wurde vor zwei Jahren zum Kommandanten gewählt. Vor Jahresfrist diente man ihm das Amt des stellvertretenden Landeskommandanten an – und seit dem vergangenen Sonntag ist Hans-Joachim Böhm die Nummer eins im badischen Landesverband.
Den einzelnen Wehren beizustehen und Rat zu geben sehe er als eine seiner Aufgaben an, insbesondere wenn es darum gehe, den stagnierenden Mitgliederzahlen zu begegnen und Nachwuchs zu verpflichten. Hilfreich dabei ist sicherlich, dass man auf einer Klausurtagung im November in Haslach beschlossen hat, Frauen in Uniform auf dem Pferd – also Kavalleristinnen oder Dragonerinnen – bei den Bürgerwehren und Milizen zuzulassen.
Außerdem vertrete er die Bürgerwehren und Milizen gegenüber der Landesregierung und dem Regierungspräsidium, sagt Böhm. Und er wolle eine engere Vernetzung der einzelnen Vereine untereinander schaffen. Dazu gehöre natürlich auch die Nutzung neuer Medien.
Zu seinen Pflichten, die er gerne und mit viel Herzblut wahrnehme, gehöre es auch, immer wieder Präsenz zu zeigen auf den verschiedenen Treffen der Vereine. Das nächste größere Landestreffen der badischen Bürgerwehren und Milizen findet 2015 auf Einladung des dortigen Vereins in Karlsruhe statt. Zuvor und noch in diesem Jahr rechne er allerdings mit einer Einladung zum württembergischen Landestreffen, das im Juli in Rottenburg am Neckar stattfindet. Der direkte Nachbarverband hat mit insgesamt 35 Wehren noch einmal deutlich mehr Mitglieder und es wird sicherlich ein herausragendes Ereignis werden, an dem er gerne den badischen Landesverband präsentieren wird, freut sich der neue Landeskommandant Böhm auf seine Pflichten.
Vier Abteilungen
Die Historische Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen besteht aus vier Abteilungen. Die Kavallerie wird geführt von ihrem Rittmeister Ernst Maier, die Infanterie wird angeführt von Hauptmann Gerd Laun, die Bürgermiliz hat ihren Hauptmann Hansjörg Fehrenbach und die Trachtengruppe Ruth Leute. (in)

