VS-Villingen. Ein ganzes Wochenende lang geht es zurück in jene Jahre, als Bürger selbst die Aufgabe in die Hand nahmen, ihre Stadt zu beschützten: Historische Uniformen aus der Zeit von 1700 bis etwa 1850 und Trachten haben die 28 Gruppen im Gepäck, die beim Landestreffen im Rahmen der Feierlichkeiten zur urkundlichen Ersterwähnung von Schwenningen, Tannheim und Villingen vor 1200 Jahren mitwirken. An die 1200 Teilnehmer erwartet Landeskommandant Hans-Joachim Böhm in der Zähringerstadt. Sie beteiligen sich an dem einmaligen Szenario und nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise in die Vergangenheit.
Der Große Zapfenstreich am Samstagabend, zu dem auch Innenminister Thomas Strobl kommt, sowie der Feldgottesdienst und der Festumzug am Sonntag sind die Höhepunkte für das Team um den Kommandanten Böhm, den Vorsitzenden Karl-Heinz- Schwert, den zweiten Vorsitzenden Manfred Strohmaier, Kassierer Hans-Joachim Richter und Klaus Hässler, Ehrenzunftmeister der Historischen Narrozunft, der dem befreundeten Verein mit seiner Erfahrung in Sachen Festorganisation zur Seite steht. Zusammen mit der Stadt- und Bürgerwehrmusik zelebrieren die Gruppen auf dem alten Tonhallengelände den Zapfenstreich. Dieses Areal biete den Zuschauern einen tollen Einblick in die Zeremonie, betont Hässler. Und beim großen Festumzug am Sonntag erwartet die Besucher ebenfalls ein farbenprächtiges Schauspiel, in das auch an die 40 Pferde eingebunden sind.
Unzählige Helfer sind im Einsatz, um dieses Großereignis zum Stadtjubiläum zu stemmen. Die Stadt- und die Bürgerwehrmusik, die Stadtharmonie und die Narrozunft packen bei der Bewirtung an, Fackelträger von der Feuerwehr wirken beim Zapfenstreich mit, und die Katzenmusik kümmert sich unter der Leitung ihres Generalfeldmarschalls Dominik Schaaf um die Organisation der Umzüge. Dieses Miteinander unter den Vereinen sei toll und gerade auch durch das Stadtfest »9 am Münster« entstanden, freut sich Schwert.
Aber auch den Handel will die Bürgerwehr einbinden und im Vorfeld in den Schaufenstern mit Puppen in Uniformen die einzelnen Gruppen vorstellen. Und diese ihrerseits unterstützen teils den Historischen Grenadiercorps Villingen, der ebenfalls an diesem Wochenende von 21. bis 23. Juli seinen Jubiläumsbeitrag unter dem Motto »Kanonendonner über Villingen – Zeitreise einer wehrhaften Stadt« in Szene setzt. Er habe die Kanonen führenden Abteilungen der Bürgerwehren und Milizen von Baden und Südhessen angeschrieben, erläutert Böhm, und sie alle bringen ihre historischen Geschütze für einen Auftritt mit.
Die Bürgerwehr steckt mitten in den letzten Vorbereitungen. Die Plakate liegen druckreif vor. Pünktlich zum Landestreffen erscheint zudem eine Festschrift, die samt Eintrittsbutton für 4,50 Euro erhältlich ist. Die neue Fahne der Bürgerwehr ist eingetroffen. Und die Zunft hat für ihr Lädele Fahnen geordert, damit die Bürger die Innenstadt herausputzen können. »Jetzt muss nur noch die Sonne scheinen«, fiebert Schwert dem Fest entgegen.

