VS-Villingen (cn) „Sie können stolz auf diese grandiose Leistung sein“, lobte Oberbürgermeister Rupert Kubon die Macher der Ausstellung „Pulverdampf und Bläserklang – 200 Jahre Bürgermilitär und Stadt- und Bürgerwehrmusik“ im Franziskanermuseum. Auch Zunftmeister Joachim Wöhrle war begeistert: „Was Sie für die Stadt und für uns alle geleistet haben, ist spitze.“
Die Idee zu dem knackigen Titel der historischen Schau hatte Kulturamtsleiter Andreas Dobmeier, brachte Präsidentin Doris Feld in Erinnerung. Namentlich erwähnte sie den harten Kern des Vorbereitungsteams mit Rolf Greitmann, Hansjörg Fehrenbach, Horst Spormann und Manfred Riegger. Sie dankte allen Leihgebern, die in Dachböden und Kellern gestöbert und Exponate zur Verfügung gestellt haben, Dirigent Markus Färber, der für die Hörstationen zuständig war und Ingeborg Jaag, die ihr Puppen-Szenario aufgebaut hat. Das Museumsteam um Michael Hütt und Anita Auer hatte die illustrierten Textfahnen gestaltet.
Ein Budget für die Sonderausstellung gibt's nicht. Das Loch, das die Ausstellung in den Museumsetat gerissen habe, sei wesentlich größer als der Durchmesser des Bolzenschusses auf einem historischen Dokument, sagte Doris Feld.
Die Narrozunft habe mit der Anschaffung der Uniformen unter dem früheren Zunftmeister Albert Fischer viel Weitblick bewiesen. „Sonst hätten wir vielleicht Röcke, aber sicher keine Hosen“, stellte die Präsidentin in humorvoller Anspielung auf die städtische Zurückhaltung bei der Finanzierung neuer Beinkleider fest.
Anders als die Miliz ist die Stadt- und Bürgerwehrmusik kein Verein, sondern eine Institution der Stadt, erläuterte Oberbürgermeister Rupert Kubon. Bereits seit dem ausgehenden Mittelalter beschäftige Villingen Musiker, die stets mehrere Instrumente beherrschen mussten und auch zur Kirchenmusik verpflichtet waren.
Meist spielten sie jedoch bei offiziellen Empfängen, wenn hohe Gäste mit Böllerschüssen und in Begleitung von Reitern, Infanterie und Kapelle begrüßt wurden.
Die Ausstellung sei einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr und werde während ihrer Dauer von Mitgliedern der Stadt- und Bürgerwehr ehrenamtlich beaufsichtigt. An der gelungenen Gestaltung hätten alle Beteiligten inklusive Museumsteam „unermüdlich geschafft“, lobte Kubon.
Das Projekt zeuge von enger Verbindung der Bürger mit Musikanten und Miliz, unterstrich Zunftmeister Joachim Wöhrle, der auf die „symbiotische Nähe zur Zunft“ einging. Sie habe die Wiedergründung initiiert und ihr Erscheinungsbild verbessert. Wöhrle zur Ausstellung: „Ich ziehe meinen Hut.“

