VS-Villingen – In all ihren Facetten wird die über 200-jährige Historie der Stadt- und Bürgerwehrmusik in einer Ausstellung im Franziskaner-Kulturzentrum präsentiert. Es ist ein einzigartiges Projekt, das in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft wurde.
Die Sonderausstellung kam zustande durch ein „sensationelles bürgerschaftliches Engagement“, wie es Museumsleiter Michael Hütt gestern vor der Presse heraushob. Allerdings war das städtische Museum auch sofort bereit, mit „vollem Einsatz“ mitzuziehen, obwohl es dafür überhaupt kein Budget gab, betonte Doris Feld, Präsidentin der Stadt- und Bürgerwehrmusik.
Was bei der Suche in den Archiven, auf Villinger Speichern und bei Bürgern alles ans Tageslicht kam, steht nun für vier Wochen im Erdgeschoss des Franziskaners. Dabei wird den Besuchern die Historie der Stadt- und Bürgerwehrmusik nahegebracht – von der Gründung im jungen badischen Staat bis zur Entwaffnung nach der bürgerlichen Revolution 1848/49, von der Reaktivierung der Stadtmusik 1889 bis zur Neugründung der Bürgerwehr 1925 im Rahmen der Fastnacht.
Den dürren Zahlen haben die Beteiligten unter Präsidentin Doris Feld, dem Ehrenvorsitzenden Rolf Greitmann, Hansjörg Fehrenbach, Horst Spormann und Manfred Riegger, Vorsitzender der Bürgerwehr, eine Vielzahl von Exponaten gegenübergestellt. So wird die Einladung einer Breisacher Schützengesellschaft gezeigt. Auf dem Papier ist unter anderem ein Loch zu sehen, die Größe des Bolzens, mit dem geschossen wurde. Oder ein von Albert Säger gemaltes Bild, das ursprünglich im Gasthof Meierhof in der Niederen Straße hing. Von dort kam es in den Besitz der Stadt, schon damals „in einem verheerenden Zustand“, berichtete Hütt. Die Ausstellungsmacher hätten sich jetzt dazu durchgerungen, es zu zeigen, auch weil sie hoffen, dass sich Sponsoren fänden. Es ist ein Lieblingsbild von Doris Feld, weil sie die Bürgerwehr zeigt, wie sie „leibt und lebt“. Die Stadtmusik selbst hat im Zeughaus noch echte Raritäten entdeckt: zum Beispiel ein Glockenspiel, auf Stroh gebettet. Dieses und weitere Stadtmusik eigene Exponate sollen in den Besitz des städtischen Museums übergehen.

