Seit 1959 verstaubten sieben prächtige Bilder des Villinger Malers Albert Säger in einem dunklen Abstellraum im Depot des Stadtarchivs: Doch damit ist nun Schluss. Zumindest drei fristen nun ein besseres Dasein.
Zwei der Ölgemälde wurden aufwändig restauriert. Ein weiteres wird im kommenden Jahr dank einer Initiative des Geschichts- und Heimatvereins und der Historischen Narrozunft aufgehübscht. Den Anstoß gab Doris Feld, Präsidentin der Stadtmusik Villingen.
Zwei der fertig restaurierten Gemälde wurden gestern im Foyer des Franziskaners präsentiert. Dabei handelt es sich um eine Turnier-Szene auf dem Münsterplatz, die auf einer 3,20 Meter großen Leinwand von Säger im Jahr 1901 festgehalten wurde. Sobald die Zehntscheuer der Narrozunft fertig ist, wird dort dieses außergewöhnliche Gemälde sowie die beiden anderen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bis dahin ist es im Foyer des Franziskaner-Cafés ausgestellt. Dank zahlreicher Spenden aus der Bevölkerung konnte es für ungefähr 6500 Euro restauriert werden. „Ein paar hundert Euro fehlen aber noch, man darf also noch spenden“, sagt Michael Hütt, Leiter der städtischen Museen. Vom Land gab es einen Zuschuss in Höhe von 3000 Euro.
Die Restaurierung des anderen Gemäldes hat Doris Feld finanziert. Das Bild liegt ihr sehr am Herzen. Deshalb entschloss sie sich, auf eine große Feier zu ihrem 60. Geburtstag zu verzichten und das Geld für die Restaurierung zu verwenden. Auf dem Bild sind sechs Mitglieder der Bürgerwehr – je drei Kavalleristen und Infanteristen – abgebildet. Das Bild zeigt eine typische Wirtshausszene: Gut gelaunt stoßen die Soldaten der Bürgerwehr in geselliger Runde auf ihren Kommandanten an. Die Anzahl der Exponate verdeutlicht die Schaffenskraft Albert Sägers. Denn alle Werke sind im Jahr 1901 entstanden
Sie wurden offenbar eigens für das 1899 von August Ummenhofer gebaute „Bürgerliche Brauhaus“ geschaffen. Ein dezenter Hinweis befindet sich auf einem Fass, das auf dem Bürgerwehr-Bild abgebildet ist. Dort stehen die Initialen „A. U.“. Das ist nicht das einzige Detail, das vor der Restaurierung nicht zu sehen war – zu stark war die Farbe abgeblättert, die Leinwand beschädigt und mit einer dicken Nikotin- und Fettschicht überzogen. Wie aufwändig die Restaurierung war, erläuterte gestern Restauratorin Ina Sahl, die für die städtische Sammlung zuständig ist.
Auch das Bürgerwehr-Bild hat sich in einem bedauernswerten Zustand befunden. Umso glücklicher war Doris Feld, als sie gestern das Bild nach den Ausbesserungsarbeiten zum ersten Mal sah. „Oh, ist das schön geworden. Das hat sich wirklich gelohnt“, sagte sie. Ungefähr 6500 Euro habe die Restaurierung gekostet. Als Bedingung für ihr Engagement hat sie gefordert, dass das Bild in der Zehntscheuer von allen Bürgern bestaunt werden kann. Auf diese Forderung ging die Zunft natürlich gerne ein, sagte Ehrenzunftmeister Karl-Heinz Fischer. Er kennt die Bilder Sägers nur zu gut, hat er doch stets als Junge die Gemälde bestaunt, wenn ihn seine Eltern in den Meyerhof mitnahmen. Für die großzügige Geste bedankte er sich gestern. Jetzt hoffen die Initiatoren, dass auch für die weiteren vier Bilder aus dem Säger-Zyklus noch Spenden zusammenkommen.

