Depesche Nr. 7 / Jahrgang 2018
Depesche Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen 7 Ausgabe Nr. 7, Jahrgang 2018 Sujet ist auf der Wappenscheibe des Georg Kechler von Schwan- dorf zu sehen, die 1567 für die Herrenzunftstube gefertigt wur- de (Abb. 4). Auch dieser Komtur hatte an der Seeschlacht von Rhodos teilge- nommen, und auch hier sehen wir die Flotten der Christen und Osmanen mit Schilden und Schwertern. Besonders eindrück- lich ist die Ganzfigur des Türken mit gestrecktem Säbel, die die rechte Hälfte des Bildfeldes dominiert. Ob deren auffälliges Schielen eine absichtliche Dif- famierung darstellt oder eher auf die Fertigkeiten des Malers zurückzuführen ist, sei dahinge- stellt. Die schon bekannten Tür- kenfiguren mit Turban und Säbel finden wir schließlich auf einer weiteren Wappenscheibe aus der Herrenzunftstube (Abb. oben). An den oberen und unteren Bildenden reiten die Feinde ge- geneinander an und umrahmen in dramaturgisch eindrucksvoller Komposition das österreichische Bindenschild, das auf die seit 1326 bestehende Zugehörigkeit Villingens zu Vorderösterreich verweist. Türkensteuer und Türkentaufe Ganz real waren die Auswirkun- gen des Türkenkrieges auf die Villinger Bevölkerung spätestens seit 1576 spürbar, denn den Ein- wohnern wurde zur Verteidigung des Reiches eine zusätzliche Steuerlast auferlegt, die so ge- nannte Türkensteuer. Gegen die vom Reichstag zu Regensburg beschlossenen 5 Gulden pro 100 Gulden Einkommen protestierte die Villinger Geistlichkeit, die sich gemeinsam mit den Landkapi- teln in Breisgau bei der vorder- österreichischen Regierung für eine Herabsetzung der Steuerlast einsetzte. Gegen den Willen des Abb. 3: Ausschnitt aus der Gedenktafel des Wolfgang von Maßmünster, Franziskanermuseum
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